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Christoph Poschenrieder: Die Welt ist im Kopf

4. März 2010

Eine Reise nach Venedig, die Geschichte einer Philosophie und die Entdeckung der Liebe.

Es treten auf:

  • als Hauptfigur der junge Arthur Schopenhauer auf Reisen
  • als zweite Hauptfigur der berühmte skandalumwitterte Lord Byron und das Alter
  • Fürst Metternich und seine Geheimpolizei, mit Spitzeln in Venedig sehr aktiv
  • die kluge jungfräuliche Schwester des Philosophen, Adele
  • Goethe und die Entstehung eines Empfehlungsschreibens
  • ein erzürnter Friedrich Arnold Brockhaus (Schopenhauers Verleger)
  • eine zurückgelassene Geliebte in Dresden
  • ein venezianischer Wurstmacher und Tita ein stolzer Gondolieri, der Schopenhauer in die Kunst des Gondel Steuerns einweist
  • ein Hund als Stadtführer
  • Brahmanen, die die herrschende Ordnung unterwandern wollen und Metternich höchst gelegen kommen
  • und natürlich Teresa eine schöne wilde Venezianerin, die den Philosophen Schopenhauer gehörig aus dem Konzept bringt
  • und viele andere

1818, der junge Schopenhauer hat gerade sein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ beendet und wartet nun in Venedig auf das Erscheinen seines Buches.  Er entdeckt die Stadt, erlebt die Ausgelassenheit des Karnevals und verliebt sich in die wilde Teresa. Der alternde Lord Byron hingegen führt ein ausschweifendes Exildasein in Venedig, doch die Liebe zu einer Frau führen einen Gesinnungswandel herbei.

Das besondere an diesem Roman ist definitiv die Sprache, kunstvoll, der Zeit gerecht werdend, voller Schönheit. Aber auch die Erzählweise – mit Leichtigkeit, Humor und äußerst abwechslungsreich entführt der Autor einen in eine andere Zeit. Vom Stil lässt sich der Roman ein bisschen mit Kehlmanns Vermessung der Welt vergleichen, denn auch bei Poschenrieder  werden die historischen Größen sehr menschlich und mitunter ironisch gezeichnet.

Es macht einfach Freude diese gekonnte Mischung aus Fiktion und Fakten zu lesen und in das Venedig des 19. Jahrhunderts einzutauchen. Die zahlreichen historischen Figuren werden vor dem inneren Auge lebendig und  gewinnen gerade Dank ihrer liebevoll geschilderten Macken an Schärfe. Ein Zeitpanorama, eine Einführung in Schopenhauers Gedanken und eine Liebeserklärung an eine Stadt.

Diogenes 2010, 340 Seiten

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