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Connie Palmen: Die Freundschaft

11. August 2009

Die kleine quirlige, engergiegeladene Kit ist von Anfang an von Ara fasziniert, die da ganz ruhig und überlegen, neu auf ihrem Schulhof steht. Es ist der Beginn einer Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Menschen, von der Grundschulzeit bis in die 40er. Kit und Ara sind ein ungleiches Paar, die eine klein, wild und voller Ideen, die andere groß, ruhig und zurückhaltend. Die eine die Denkerin, philosophisch veranlagt alles hinterfragend, die andere der Natur verbunden, mit einer Liebe und einem Verständnis für Tiere. Schon bald kann Kit nicht mehr ohne Ara, sie wird zu ihrem Ruhepol, wenn ihre Gedanken und Ideen wieder mit ihr durchgehen, kommt sie bei Ara zur Ruhe.

Es ist der Entwicklungsroman einer Freundschaft, ein Buch über Abhängigkeit, Sucht und die Schönheit des Denkens. Angeregt durch den Roman blickt man auf die eigene Kindheit, Jugend und Studienzeit zurück, fühlt sich erinnert, entdeckt Parallelen und es trifft einen auch die ein oder andere unangenehme Wahrheit. Gerade die lebendige und leicht schnoddrige Erzählerin Kit reißt einen mit, ihre ironischen Kommentare, der Blick dieses eigensinnigen Kindes auf die Welt, auf ihre Familie.

„Die Freundschaft“ ist ein kluges Buch, locker, direkt und philosphisch. Etwas zum Nachdenken, Schmunzeln und zum Erinnern. Ein wichtiges Buch, das etwas mit einem macht.

348 Seiten, Diogenes 1998

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