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Ivana Jeissing: Unsichtbar

11. August 2009

UnsichtbarDie Engländerin Jane, um die 30 und Designerin, ist als Überlebensmethode unsichtbar geworden. Als Tochter einer perfekten Schattentaucherin und Enkelin einer begabten Totstellperfektionistin ist die Unsichtbarkeit ihr Weg mit dem Leben klar zu kommen, sie tut was man von ihr verlangt oder erwartet und stellt alle ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund. In ihrer Kindheit war sie für ihre Eltern, beide HNO-Spezialisten, nur sichtbar, wenn sie Hals- oder Ohrensschmerzen hatte. Jane folgt ihrem Ehemann und erfolgreichem Anwalt nach Berlin und versucht in der fremden Stadt Fuss zu fassen, was als unsichtbarer Mensch schwieriger ist als gedacht. Zum Glück lernt sie den alten warmherzigen Fred kennen, Besitzer eines alten Kinos, der die richtigen Fragen stellt und „Unsichtbarkeit“ nicht gelten läßt. Bei gemeinsamen Filmabenden, Museumsbesuchen und vielen Gesprächen, hilft er ihr wieder sichtbar zu werden. Und Jane bringt ihn dazu sich seiner Vergangenheit zu stellen. Jane verliebt sich unter anderem in einen geheimnisvollen Mann aus dem Museum und beendet ihr Rollenspiel.

„Unsichtbar“ ist voller liebenswürdiger Charaktere, die Geschichte einer Selbstfindung mal anders, witzig, traurig, klug. Eine Liebesgeschichte, eine Freundschaftsgeschichte und die Geschichte vom Sichtbarwerden. Das Besondere ist die Sprache Jeissings, originell, ironsich, unaufgeregt, sprühend vor Phantasie. Einfach ein richtig gutes tragischkomisches Buch. Manchmal läßt die Stimmung und der Charme an „Die wunderbare Welt der Amelie“ erinnern, denn auch in „Unsichtbar“ gibt es magische Momente, hier spielt ein Nilpferd eine entscheidende Rolle für Freds Glück.

222 Seiten, Diogenes 2007

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