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Kathryn Stockett: Gute Geister

12. Mai 2011

Zwei schwarze Dienstmädchen und eine junge weiße Frau im Mississippi der 60er Jahre wagen gemeinsam einen ungewöhnlichen, mutigen Schritt, um etwas an den Verhältnissen zu verändern.

Miss Skeeter, Anfang Zwanzig, muss nach dem College wieder zu der Baumwollfarm ihrer Eltern zurückkehren, träumt aber insgeheim von einer Karriere als Journalistin in New York. Ihre Mutter und ihre eigenen Freundinnen wollen sie schnellstmöglich verheiraten, doch Miss Skeeter hat noch ganz andere Dinge mit ihrem Leben vor. Das Dienstmädchen ihrer Kindheit Constantine und ihr spurloses Verschwinden gehen ihr nicht mehr aus dem Kopf, was sie angestiftet von Aibileen auf eine ungewöhnliche Idee bringt.

Aibileen zieht als Dienst- und Kindermädchen schon das 17 weiße Kind auf. Ihr ist es wichtig den Kindern beizubringen, dass sie wertvoll sind, werden sie doch oft von ihren Societymüttern vernachlässigt. Sie hat ein großes Talent das Gute in den Kindern zu bestärken und ihnen zu zeigen, dass sie etwas besonderes sind. Bis der Tag kommt an dem die Kinder sie nur noch als Schwarze sehen und anfangen sie schlecht zu behandeln. Diese gutmütige, sanfte Frau Mitte 50, wird zum Rückgrat der versteckten Rebellion.

Minny ist eine schlagfertige, direkte Frau die leider ihre Zunge nicht hüten kann und der mittlerweile schon 19 mal gekündigt worden ist. Sie ist eine begnadete Köchin, die die Arbeit als Dienstmädchen und die Arbeit mit ihren vier Kindern sowie ihrem trinkenden Ehemann stemmt.

Diese drei so unterschiedlichen Frauen schreiben gemeinsam ein Buch über schwarze Dienstmädchen in ihrer Zeit, über ihr Leben, über die weißen Ladys, und wie sie von ihnen behandelt werden. Aibileen, Minny und die anderen Dienstmädchen, die ihre Geschichte erzählen, gehen ein hohes Risiko ein, verdeckt über ihre Arbeitgeberinnen zu schreiben. Entsteht ihr Buch doch in einer Zeit, in der sie falls sie entdeckt werden jederzeit tot geprügelt, ins Gefängnis gesteckt, oder niemals wieder einen Job bekommen werden. Gerade die macht bewusste intrigierende Societylady Miss Hilly fürchten sie besonders, und ihre Methoden der Diskriminierung und Rache. Millys Geschichte um Miss Hilly und den Schokokuchen bleibt spannend bis zum Schluss.

Kathry Stockett ist ein berührendes, fesselndes und zugleich aufwühlendes Buch gelungen. Das gekonnt mit den drei Perspektiven und der Verschiedenartigkeit der drei Erzählerinnen spielt. Abwechselnd erzählen Miss Skeeter, Aibileen und Minny und die Autorin schafft es jeder ihre ganz eigene Stimme zu geben und die Persönlichkeit greifbar zu machen. „Gute Geister“ entwickelt eine unglaubliche Sogwirkung und man kann sich dem Schicksal der Frauen bald nicht mehr entziehen.

Es geht um Freundschaft, Mut und ums Ausbrechen aus vorgefertigten Denk- und Lebensweisen. Jede der drei Frauen, befreit sich von etwas, sei es das einengende Elternhaus, der gewalttätige Ehemann oder die Trauer um den Tod des einzigen Sohnes.
„Gute Geister“ ist ein Buch das nahe geht und einem wirklich vor Augen führt, was es bedeutete ein schwarzes Dienstmädchen zu sein im Mississippi der 60er Jahre und wie hart der Weg der Bürgerrechtsbewegung war.

5 von 5 Herzen

btb 2011, 604 Seiten

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