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Kurzempfehlung: Anna Gavalda: Ich habe sie geliebt

1. Juli 2011

Cloé wird von ihrem Mann verlassen, er hat eine andere und lässt sie mit den beiden kleinen Töchtern sitzen. Ausgerechnet ihr schweigsamer Schwiegervater Pierre nimmt sich der zurückgebliebenen kleinen Familie an und bringt sie für ein Wochenende in das alte Landhaus in Familienbesitz.

In der Abgeschiedenheit erzählt, der sonst so mürrische alte Mann, Cloé sein größtes Geheimnis. Die Geschichte seiner großen Liebe, und sein Zerbrechen daran, nicht den Mut gehabt zu haben alles für seine Geliebte aufzugeben. In dem alten Landhaus treffen eine Verlassene und einer der nicht verlassen, nicht gehen konnte aufeinander. Es geht um den schönen Schein der Ehe, um bedingungslose Liebe und um Feigheit, die man sein Leben lang bereut.

Anna Gavalda hat eine interessante Konstellation gewählt, in dem sie zwei Menschen aufeinander treffen lässt, die von ein und derselben Sache auf ganz andere Weise betroffen sind. Cloé kennt ihren Schwiegervater nur als zurückgezogenen, harten Mann und nennt ihn insgeheim „alten Kotzbrocken“. Doch nun lernt sie ganz neue Seiten an ihm kennen und den Grund, warum er so lieblos geworden ist und als feiger Betrüger alle um ihr Glück gebracht hat, inklusive ihm selbst.  Die beiden liefern sich einen regelrechten Schlagabtausch, foppen sich ironisch und zeigen dem anderen Wahrheiten, die sich der Gegenüber nicht eingestehen wollte. In Pierre findet Cloé einen unerwarteten Freund, der ihr hilft eine neue Perspektive auf die Dinge zu finden. Eine der wichtigsten Fragen ist „wirst du genug geliebt?“. Pierres erzählt eine wunderschöne Liebesgeschichte, von zweien, die sich um die Welt verfolgen.

Eine  kluge, unterhaltsame Beziehungsstudie, die von den lebendigen, erfrischenden Dialogen, der zwei so gegensätzlich scheinenden Hauptfiguren lebt.

 

Fischer  TB 2006, 192 Seiten

 

 

 

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