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Sue Monk Kidd: Die Bienenhüterin

11. August 2009

Die 14-jährige Lily hat als kleines Kind ihre Mutter verloren und lebt seit dem allein mit ihrem brutalem Vater auf einer Farm in den Südstaaten.  Als einzige Erinnerungsgegenstände an ihre Mutter sind ihr ein Paar Damenhandschuhe und eine Adresse geblieben. Seit langem geplant schafft es Lily  von der Farm abzuhauen, sie macht sich auf die Suche nach der Adresse und findet dort  drei schwarzen Schwestern bei denen sie unterkommt.  Bei diesen weisen Frauen erfährt sie, was Liebe und Geborgenheit bedeuten und stellt sich dem Verlust ihrer Mutter. Lily lernt während ihrer Zeit bei den drei Frauen die Geheimnisse der Bienenzucht, verliebt sich und lernt ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Doch eines Tages steht der Vater vorm Gartentor.

„Die Bienenhüterin“ spielt in den 60er Jahren in den amerikanischen Südstaaten zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung, Lily ist mitten drin in der Zeit, wo Schwarze versuchen ihre Gleichberechtigung zu erkämpfen und der nicht aufhören wollenden Diskriminierung und Gewalt der weißen Bevölkerung ihnen gegenüber. Lily übernimmt Verantwortung und befreit ein schwarze Freundin aus dem Gefängnis und lebt als einzige Weiße bei Schwarzen.

Sue Monk Kidd hat eine Roman über das Erwachsenwerden, über Freundschaft und die Weisheit von Frauen geschrieben. Ein toller Schmöker mit Tiefgang, voller Wärme und schönen Bildern und Ideen. Da ist zum Beispiel die jüngste der drei schwarzen Schwestern, die keine Schutzhülle gegen Leid hat und allen Schmerz um sich herum mitfühlt. Oder die eingeflochtenen Passagen über den Zauber der Bienen, die Notwendikeit zu trauern, sich zu verabschieden und  Agressivität herauszulassen. Alles erzählt in dem erfrischenden Ton einer 14-jährigen direkt, manchmal ironisch und genau beobachtend.

„Die Leute die glauben, dass der Tod das schrecklichste ist, haben keine Ahnung vom Leben.“

352 Seiten, btb 2005

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