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Elisabeth Janstein: Spiegel

20. September 2010

Bild - Gedicht der Woche

Wenn ich mich erschreckt im Spiegel sehe,
So Vertrautes und doch keine Nähe,
Wächst mein Herz in Einsamkeiten groß.

Stirngesenktheit, Aug, des Blickes Schärfe –
Ufer, dem ich mich entgegenwerfe
Flieht im Näherkommen grenzenlos.

Du umforschte, nie erkannte Hülle,
Die du Fassung scheinst, beherrste Stille,
Warum schlägt nicht Flamme hoch aus dir?

Du umlügst das flatternde Verbrennen,
In bewußtes, zwingendes Erkennen,
Härte, Stahl – und es schmilzt in mir.

Warum zeigt die Maske Überwindung,
Wenn in schütterer, gelöster Bindung
Aufgeschichtetes zusammenfällt?

Alle Wissende zerrinnt mir immer –
Ach ich müder und verlorener Schimmer
In dem Strome der Welt.

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