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Richard Wagner: Gedicht (für dich und auch für mich)

17. Mai 2011

Bild - Gedicht der Woche

Wir, ja, wir, mit den selbsterzogenen Gefühlen,
gehn hin, redend, ins Nichts. Und da,
ja, da ist die Macht. Und wir können nicht
bleiben. In schwarztastenden Sätzen gehn wir
der Erde, diesem taubfremden Refugium, zu.
Da ist der Mund, lippenlos, Liebling, da
ist deine Angst, keine Angst, merkst dus?
Ein Kieferknochen, Annäherung ans Gesicht.
Tatsächlich,
da gehn wir ja. Ins Nichts, du. Und die Macht, sie
schaut zu, und sie klirrt mit den Waffen, mit den
Gläsern, den Sektgläsern, Sarkophage wie Toaste, Tote
gegens Gewissen. Da. Da fault sie im Rausch, merkst dus?
Da. Da sind wir. Da, wo wir aufhörn, grün. Sei still.
Es wächst über uns, der Löwenzahn.

aus: Nichts ist versprochen, Liebesgedichte der Gegenwart, Hrsg. von Hiltrud Gnüg, Reclam 2010, S. 183

(Richard Wagner, geb. 1952 Lowrin, Rumänien)

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