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Kurzempfehlung: Francesc Miralles: Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen

23. März 2011

Samuel, literaturverrückter Eigenbrötler und Dozent für Germanistik an der Universität Barcelona, hat sich in seiner Einsamkeit bequem eingerichtet. Er hat sich arrangiert mit dem stillen Telefon und den Abenden allein, Kontakten geht er seit langem aus dem Weg. Doch dann läuft ihm die junge Katze „Mishima“ zu, die so einiges in Samuels Leben ins Rollen bringt. Samuel begegnet der Macht des Zufalls, dem Magischem an einem Gespräch mit einem Unbekannten, dem kleinen Glück des Alltags und öffnet sich mehr und mehr für Begegnungen und das Leben selbst.

Dank Mishima lernt er den alten Mann über ihm kennen, der Samuels Fatalismus hinterfragt und ihn dazu bringt, es bei ungeliebten Gesprächen, mal damit zu versuchen immer das genaue Gegenteil von dem zu sagen, was er eigentlich sagen will. Neben dem Nachbarn tritt bald Valdemar in sein Leben, Physiker und Experte für die dunkle Seite des Mondes. Ihr erstes Gespräch beginnt dieser mit der Frage >>Hast du Heimweh nach der Zukunft?<<

Samuel findet aber nicht nur Freunde sondern begegnet auch der Frau mit dem Schmetterlingskuss, die am liebsten Wörter findet, die es noch nicht gibt, und auch die Liebe tritt ganz zart zurück in Samuels Leben.

Francesc Miralles hat ein Buch geschaffen, das gut tut, das aufbaut, das wärmt. Der Leser begleitet Samuel auf seinem Weg nach draußen, hin zu den Menschen und ihren Geheimnissen. Das Buch ist voller schöner Anekdoten, Querverweisen zu Filmen, Musikern, Autoren und reich an klugen Zitaten. Samuel, ganz Literaturdozent, baut in seine eigene Geschichte, ganz nebenbei Szenen aus Kafkas, Hesses, Goethes oder Mendelsohns Leben und Werk ein. „Samuel und die Liebe zu den kleinen Dingen“ ist eine kleine Reise hin zum Zauber der Begegnung und dem was das Leben ausmacht, ein Lebensratgeber als Roman.

List 2009, 302 Seiten

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