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Kurzempfehlung: Hiromi Kawakami: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

24. November 2010

Eine Geschichte über Nähe und Distanz und die vorsichtige Liebe zwischen zwei Einzelgängern. Tsukiko, Ende dreißig, lebt allein und glaubt sich selbst zur Liebe nicht begabt. Doch in ihrer Stammkneipe begegnet ihr ein ehemaliger Lehrer, deutlich älter als sie und eine Ruhe und Güte ausstrahlend, die Tsukiko anzieht. Auch der Sensei lebt allein und die beiden begegnen sich von da an zufällig in der Kneipe, auf der Straße, in der Buchhandlung. Die selbstbewusste Tsukiko hat sich eine kindliche Leichtigkeit bewahrt, so zählt sie zum Beispiel die Sterne während sie mit dem Sensei spricht. Und der Sensei, der Sammler aus Leidenschaft, der sogar alle Batterien aufhebt, beschriftet mit ehemaligen Verwendungszweck, ist immer gut für Überraschungen und spontane Vorschläge. Bei vielen Gläsern Sake und dem Genuss von unzähligen Kleinigkeiten der japanischen Küche, kommen die beiden sich näher, aber immer auf die eigene Unabhängigkeit und schützende Distanz bedacht. Ganz langsam nur können sich die beiden eingestehen, dass der jeweils andere in ihrem Leben fehlt und sie sich mehr Nähe wünschen würden.

Eine wunderbar zarte Liebesgeschichte, erzählt in einer klaren, schlichten Sprache, die doch Raum lässt für Magisches.  Eine Geschichte, die sich Zeit lässt und diese vielen kleinen leisen Begegnungen und Momentaufnahmen machen das Besondere des Buches aus.

dtv 2010, 183 Seiten

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