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Jordan Sonnenblick: Wie ich zum besten Schlagzeuger der Welt wurde – und warum (ab 13 Jahren)

18. August 2009

SchlagzeugerweltSteven ist 13, seine größten Leidenschaften sind Schlagzeug spielen, in das schönste Mädchen der Schule verknallt zu sein und alles in seiner Umgebung ironisch zu kommentieren. Doch dann erkrankt sein vierjähriger Bruder Jeff an Leukämie und alles andere wird unwichtig. Ihre Mutter gibt den Job auf, um sich um Jeff zu kümmern und ihn während den zahlreichen Klinikaufenthalten zu begleiten, der Vater macht Überstunden, um alles zu finanzieren und verkriecht sich. Steven ist mehr oder weniger allein mit dem schweren Schicksalsschlag. Erst versucht er ihn vor allen zu verbergen, bis es doch in der Schule herauskommt, dann macht er Deals mit dem Schicksal „wenn ich das und das schaffe, wird Jeff wieder gesund“ etc. Doch für seinen Bruder ist er die ganze Zeit der große Held: da er ihn zum Lachen bringt und sich sogar für ihn aus Soldarität die Haare abrasiert, und Jeff erklärt er möchte auch so cool aussehen, wie er.  Steven begreift, dass er sich nicht so hilflos fühlen muss, wenn er sich auf die Dinge  konzentriert, an denen er etwas ändern kann. Für seinen Bruder da sein und trotzdem als Schlagzeuger in der Schulband spielen.

Ein geniales Buch, so glaubhaft und echt den Ton eines 13-jährigen zu treffen, der einmalige Humor und der Mix aus Traurigkeit, Weisheit und dem sich wegschmeißen vor Lachen ist beeindruckend. Ein sehr ernstes Thema ohne Kitsch und Gefühlsduselei, glaubhaft umgesetzt. Was die Krankheit mit einer Familie machen kann, wie man als 13 jähriger mit dem ständig drohenden Tod des Bruders umgehen kann. Dieses Buch kann wirklich Jungs ab 12 erreichen und natürlich jeden Erwachsenen mit der Sicht eines sarkastischen, liebenswerten 13-jährigen überzeugen. Es ist nicht nur Problembuch sondern  auch eine authentische Geschichte aus dem Leben eines 13-jährigen, dessen Art und dessen Humor einen nicht aufhören lassen zu lesen und zu lachen.

205 Seiten, Carlsen 2008

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