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Andreas Eschbach: Black Out (ab 14 Jahren)

17. August 2010

Was wäre, wenn Menschen eine Internetverbindung im Kopf hätten, oder wenn ihre Gehirne direkt miteinander vernetzt wären. Ein packender Science-Fiction-Thriller, der gar nicht so weit weg ist vom wirklichen Leben. Actionreich aber auch mit nachdenklichen Passagen über den Technikwahn und die Abhängigkeit von Technik.

Der 17-jährige Christopher ist auf der Flucht, gemeinsam mit  der gleichaltrigen Serenity versucht er mitten in der Wüste Nevadas ihren Vater zu finden, den Aussteiger Jeremiah Jones. Jones hat jeglicher Technik abgeschworen und warnt in seinen Büchern vor den Gefahren der weltweiten Vernetzung. Dort in dem Camp des berühmten Aussteigers erhofft sich Christopher für einige Zeit Sicherheit und Leute die ihm helfen können einen ungleichen Kampf aufzunehmen. Denn Christopher hütet ein düsteres Geheimnis, das Ende der Welt wie wir sie kennen.

„>>Die Kohärenz“, sagte er düster, „hat kein Herz, Dr. Connery. Sie hat keinen Anführer und kein Zentrum. Das ist das Problem: Es gibt keinen Bösewicht, den man besiegen könnte. Das, was da heranwächst, ist unverwundbar.<<“ S. 287

Eine Gruppe von Menschen hat sich Chips ins Gehirn transplantieren lassen, eine Internetverbindung im Kopf aber nicht nur das. Sie haben ihre Gehirne miteinander verschaltet und bilden nun gemeinsam ein Netzwerk von Gehirnen, die gemeinsam denken, keine Geheimnisse voreinander kennen und Zugang zu unbegrenztem Wissen haben. Die Einzelnen verschmelzen mit dem Geist des Kollektivs, der Kohärenz.

Christopher ist er einzige, der bis jetzt der Kohärenz entkommen konnte, denn sein Chip ist defekt und lässt sich abschalten. Außerdem ist der unscheinbare und zurückhaltend wirkende Christopher,  einer der berühmtesten Hacker weltweit. Die Kohärenz wächst beständig, längst sind wichtige Wirtschaftsführer und Politiker Teil des Netzwerkes. Gemeinsam mit Jeremiah Jones und seinen Leuten versucht Christopher das Unmögliche.

„Blackout“ liest sich packend wie ein Actionfilm, aber versteckt unter der Thriller-Action-Verpackung geht es auch um Beziehungen, Ängste und Zukunftsvisionen, die gar nicht so unplausibel klingen. Die Story ist gut durchdacht, fesselnd und nachdenklich zugleich, die Charaktere überzeugen. Das einzige Manko, wie bei so vielen Jugendbüchern, ist „Blackout“ mal wieder nur der erste Teil einer Reihe, aber das kennt man ja mittlerweile 🙂

Arena 2010, 461 Seiten

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