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Jenny Valentine: Die Ameisenkolonie (ab 14)

13. April 2011

Der 17-Jährige Sam haut von zu Hause ab und versteckt sich in London in einem runtergekommenen Mietshaus. Die anderen Mieter sind alle mit ihren eigenen Problemen beschäftigt und Sam glaubt, die perfekte Unterkunft gefunden zu haben. Er will vor allem eins „Alleinsein“ und vergessen, was geschehen ist. Doch aus dem Alleinsein wird nicht so richtig was, denn die quirlige und vernachlässigte 10-jährige Bohemia, die über ihm wohnt, wählt ihn als Freund aus. Bohemia lässt sich nicht so schnell abwimmeln und bald ist dieses mutige, traurige, dauerplappernde Mädchen wichtig in Sams Leben geworden. Als Bohemia plötzlich verschwindet, versucht er alles, um sie zu finden und er bekommt gleichzeitig die Chance sich den Geschehnissen vor denen er geflohen ist zu stellen.

Ein  besonderer Jugendroman über die unterschiedlichen Arten von Einsamkeit, über unerwartete Freundschaft und über den Mut sich mit den eigenen Schatten und der eigenen Feigheit auseinanderzusetzen .

Abwechselnd erzählen Sam und Bohemia ihre Geschichte.  Er erzählt von seinem besten Freund dem Ameisenfreak Max, von Kindheitserinnerungen und ganz langsam ahnt man, was dazu geführt haben könnte, dass er vor seiner Vergangenheit geflohen ist, aber erst Bohemia führt am Ende alle Fäden zusammen. Bohemia schildert die vielen Wohnungswechsel und Männerwechsel ihrer Mutter, und das Leben mit einer Frau, die voller Drogen oft vergisst, dass sie überhaupt eine Tochter hat. Nach und nach lernt man auch die anderen Mieter kennen, allen voran die neugierige ältere Dame Isabelle, mit ihrem Hund Matte, die sich gerne einmischt, es aber immer nur gut meint. Aus diesem bunt Zusammengewürfelten Haufen an Einzelschicksalen entsteht spätestens als Bohemia verschwindet eine Gemeinschaft, die sich zusammenrauft, um dieses kluge, quasselnde und überaus liebenswerte Mädchen zu finden.

Wieder ein geniales Buch von Jenny Valentine, die mich schon mit „Wer ist Violet Park?“ und „Kaputte Suppe“ von ihrem Talent und Gespür für besondere Geschichten überzeugt hat. Auch hier ist ihr wieder eine Geschichte gelungen, die einen mitreißt, verstört, nachdenklich macht und verzaubert.

Fünf von fünf Herzen

Dtv  Premium 2011, 220 Seiten

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