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John Green/Maureen Johnson/Lauren Myracle: Tage wie diese (ab 14 Jahren)

20. September 2010

Drei Liebesgeschichten, deren Fäden sich am Ende alle bei einem verschneiten Starbucks mitten in der Weihnachtszeit treffen. Sechs Jugendliche, die sich Dinge eingestehen, sich hinterfragen, sich etwas trauen und am Ende überrascht werden mit so etwas wie Liebe.

In der ersten Geschichte geht es um Jubilee, deren Zug Weihnachten im Schneesturm stecken bleibt. Eigentlich ist sie überzeugt den perfekten Freund zu haben, doch dann begegnet sie einem völlig Fremden, der ihren Blick auf sich selbst und ihre Beziehung gründlich ändert. Sie lernt Stuart in einem Waffelhaus kennen, während sie wartet, dass der Zug wieder fährt, doch leider wird dieses Waffelhaus von einer Horde Cheerleader eingenommen und beide beschließen so schnell wie möglich zu fliehen. Nach einem abenteuerlichen Winterspaziergang, inklusive Im-Eis-Einbrechen, wärmen sie sich bei ihm zu Hause auf, und Jubilee begegnet seiner warmherzigen und leicht verrückten Mutter und seiner süßen Schwester. Aus der Zeit gefallen, an diesem merkwürdigen Weihnachten lernen sie einander kennen. Stuart erzählt, wie ihm das Herz gebrochen wurde, und Jubilee beschreibt ihren perfekten Freund, doch dann passiert etwas, womit beide nicht gerechnet haben.

Tobin, JP und Herzog schauen während eines Schneesturms gemütlich James Bond, als ihr Freund Keun aus dem Waffelhaus anruft und sie einlädt ihn dort ganz schnell zu besuchen. Denn es ist gerade eine Horde heißer Cheerleader eingetroffen, die gerne Twister spielen wollen. Das einzige Problem sie müssen die ersten sein, denn Keun und seine Kollegen haben sich darauf geeinigt, dass nur von einem von ihnen die Freunde hereindürfen (um die hervorragende Mädchen-Jungs-Quote nicht zu verderben) und zwar nur die, die als erste beim Waffelhaus eintreffen. Nach einer Rutschpartie durch den Schneesturm und einem liegen gebliebenen Wagen, schaffen sie es vielleicht ganz knapp als erste einzutreffen. Während diese Abenteuers, beim Schneeengel machen und bei der Flucht vor den anderen Anwärtern aufs Waffelhaus, wird Tobin klar, dass er seinen besten Kumpel Herzog ganz anders sieht als zuvor. Zum ersten Mal beginnt er in dem Herzog, das Mädchen zu sehen, das sie ist. Das witzigste, klügste, individuellste Mädchen, das er kennt. Doch er braucht einige Anläufe und den Mut des Herzogs, um sich einzugestehen, dass man manchmal auch etwas riskieren muss, um in ein ganz neues Abenteuer zu starten.

Das liebenswert chaotische Energiebündel Addie hat Liebeskummer, sie hat einen riesigen Fehler begangen und wegen dieses Fehlers ihren Freund Jeb verlassen. Sie hat versucht noch einmal um die Beziehung zu kämpfen, doch Jeb ist nicht zum vereinbarten Treffen gekommen. Nun versinkt sie in Selbstmitleid, und riskiert auch fast noch die Freundschaft zu ihren zwei besten Freundinnen. Doch dank der Offenheit einer ihrer Freundinnen reflektiert sie ihr Verhalten. Vor allem, dass sie gar nicht zu schätzen wusste, was sie an Jeb hatte, hat sie doch immer versucht ihn zu ändern und war nie zufrieden mit dem was er geben konnte. Langsam merkt sie, dass das Ganze eher etwas damit zu tun hat wie ichbezogen sie manchmal ist. Eine alte Frau, die sich als Engel ausgibt, ein Minischwein und ein kaputtes Handy wirbeln dann doch noch alles gehörig durcheinander.

Am besten hat mir die mittlere Geschichte gefallen, der wahnwitzige Roadtrip zum Waffelhaus ist unglaublich komisch und John Green zeigt mal wieder was für ein genialer Jugendbuchautor er ist.

Diese drei Erzählungen sprühen vor Lebendigkeit und Humor. Gleichzeitig hat jede Geschichte auch eine schöne Botschaft, und alle drei Hauptcharaktere sind nach diesem Weihnachten ein Stückchen anders geworden. Drei Liebesgeschichten fürs Herz und kluge Gedanken, was gibt es schöneres?
Arena 2010, 397 Seiten

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