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Kevin Brooks: iBoy (ab 14 Jahren)

7. Februar 2012

„Das Handy, das meinen Schädel zertrümmerte, war ein 32GB iPhone 3GS (…) Zwanzig Minuten zuvor war alles absolut normal gewesen (…) Ich hatte die Schule zur üblichen Zeit verlassen, kurz nach halb vier, und mich mit dem gleichen Gefühl auf den Heimweg gemacht wie sonst auch. Ganz okay, aber nicht super. Allein, aber nicht einsam. Ein bißchen down, aber ohne besondere Sorgen. Ich war einfach ich selbst, durch und durch normal.“

Als der 16-jährige Tom aus dem Koma erwacht, wird sein Leben schlagartig ein anderes. Teile des iPhones sind eine Verbindung mit seinem Gehirn eingegangen, er kann nun alles was ein iPhone kann und mehr, einfach per Gedankenbefehl. Er kann Stromstöße versetzen, sich in beliebige Seiten einhacken und hat dauerhaften Zugang zu jeglichem verfügbaren Wissen im Internet. Er kann sich nun jederzeit in „iBoy“, seine Superheldengestalt,  verwandeln.

Tom lebt bei seiner Großmutter in Crow-Town, einer gefürchteten  Hochhaussiedlung, in der die Gangs das Gesetz sind, das oberste Gebot lautet „Schweig, sonst bist du tot.“ Nachdem Tom aus dem Koma erwacht, erfährt er, dass seine Kindheitsfreundin Lucy, in die er heimlich verliebt ist, in der Crow-Town von einer Gruppe Jugendlicher vergewaltigt wurde. Früher hätte Tom nichts tun können, um Lucy zu rächen, doch nun ist er iBoy und setzt alles darin herauszufinden, wer dahinter steckt und Rache zu üben. Er wird zu einem Schatten in der Siedlung, der die Gangs aufreibt bis er zu dem einen vordringt, der hinter allem steckt. Doch mit seinem Rachefeldzug bringt er Lucy in Gefahr anstatt sie zu beschützen und am Ende drohen ihm auch seine iBoy-Kräfte nicht mehr helfen zu können.

Ein Jugendthriller der Extra-Klasse, unglaublich fesselnd aber gleichzeitig auch mit Tiefgang. Typisch Brooks eben. Ein ungewollter Superheld, der sich selbst zu verlieren droht, dem die Mittel zur Rache gegeben wurden, aber der nicht weiß, ob er die Stärke hat, diesen auch zu widerstehen, um er selbst zu bleiben. Auf der einen Seite schildert Brooks die Gewalt in der Crow-Siedlung sehr anschaulich, geht aber gleichzeitig auch sehr sensibel mit den Folgen der Gruppenvergewaltigung für Lucy um. Er erzählt auch die angedeutete wunderschöne Liebesgeschichte zwischen Tom und Lucy, die nicht iBoy, sondern Tom selbst, zurück ins Leben holt.

dtv premium 2011, 297 Seiten

 

 

 

 

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