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Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht (ab 14)

4. November 2010

Clay kommt aus der Schule und findet vor seiner Tür ein an ihn adressiertes Paket mit 7 Kassetten. Als er sich die erste anhört, ist da plötzlich die Stimme von Hannah, seine ehemalige Mitschülerin, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Vor ihrem Tod hat Hannah diese Kassetten aufgenommen und jede der 13 Seiten ist einer Person gewidmet, die Anteil an ihrem Selbstmord hat. Clay, der heimlich in Hannah verliebt war, ist einer der 13.

Hannahs Stimme erzählt die verhängnisvolle Verkettung von Ereignissen, die einzelnen Entscheidungen von Mitschülern, die ihr zum Schluss keinen anderen Ausweg mehr gelassen haben. Clay lässt sich von der erzählenden Hannah an entscheidende Orte führen, ist fassungslos angesichts der Enthüllungen und verzweifelt, da er sich seines Anteils nicht bewusst ist.

Es geht um die Enge der Schulwelt, um Verurteilungen und Rollenstempel, denen man nicht mehr entkommen kann. Vor allem aber darum, dass alles was wir tun Auswirkungen hat, manchmal wesentlich größere als man denkt, einzelne Taten können eine ganze Kettenreaktion auslösen und einen Menschen zerstören.

Ein aufwühlendes und fesselndes Buch, mit kleineren Mängeln, über die man aber durchaus hinwegsehen kann. Der Schluss kommt etwas zu gewollt und unglaubhaft daher und zu Beginn ist es schwer  Clays Gedankenkreisen und Hannahs Stimme  zu folgen. Trotzdem aber sehr lesenswert, da die originelle Idee und die Atmosphäre etwas ganz eigenes haben. Das ganze liest sich wie ein Krimi, gespannt und schockiert wartet man auf die nächsten Kassettenseiten. Atmosphärisch dicht geschrieben, sensibilisiert  Jay Asher dazu genauer hinzusehen.

Cbt 2009, 283 Seiten

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