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Nina Blazon: Schattenauge (ab 14/All age)

28. März 2010

In unserer Welt leben Schattenwesen so genannte Panthera. Äußerlich nicht von anderen Menschen zu unterscheiden. Doch wenn sie sich in ihren inneren Schatten begeben und ihm die Kontrolle überlassen, verwandeln sie sich, in Raubtiere, in Großkatzen.

Auf der Tanzfläche erblickt Gil, die wild tanzende und alles um sich herum vergessende Zoë. Sie fällt ihm und seinem Freund Irves sofort auf, denn sie ist anders, nur weiß sie es selbst noch nicht. Bald wird sie die Gejagte der Panthera werden. Gil, selbst eine junge Schattengroßkatze, fühlt sich zu ihr hingezogen und passt von nun an auf sie auf und bringt sich damit selbst in Gefahr.

Der Ich-Erzähler Gil ist ein Panthera und auf der Flucht vor seiner Vergangenheit, er ist neu in der Großstadt und versucht mehr über die Schattenkatzen herauszufinden, ihre Geschichte, ihre Berufung. Er stößt bald auf den alten Dr. Rubio, der bessere Zeiten für die Panthera erlebt hat und wie kein anderer über ihre wirkliche Herkunft weiß. Es ist nicht einfach ihn zum Reden zu bringen, erst als eine neue Bedrohung für die Panthera auftaucht, lässt er sich einige Informationen entreißen.

Die zweite Hauptfigur ist Zoë, bis vor kurzem Schülerin, Leichtathletin und Tochter einer allein erziehenden Mutter, mit vielen Pflichten, vor allem der Betreuung des kleinen Bruders. Zoë bemerkt Veränderungen an sich: Blackouts, die Entwicklung eines perfekten Gehör- und Geruchssinns. Sie ist eine Läuferin, eine Panthera, die sich noch nicht in ihren Schatten begeben hat, sie ist freie Beute für die anderen Schattenkatzen. Als sie selbst zu einer Panthera wird, entdeckt sie ihre wahren Gefühle für Gil, den jungen Mann mit dem dunklen Geheimnis.

„Schattenauge“ ist Fantasygeschichte, Identitätssuche und Liebesgeschichte in einem.  Zentral ist auch  die Auseinandersetzung mit den Themen – sich der eigenen Angst zu stellen –  und – den eigenen Schatten zu akzeptieren –.

Der Roman ist vielseitig und fesselnd geschrieben. Stilistisch gut, äußerst abwechslungsreich – eine gekonnte Mischung aus Spannung, Fantasy und Realität. Die Geschichte der Panthera ist  toll entwickelt, mit interessanten Verweisen in die Vergangenheit und bereichernden Ideen. Die Charaktere sind facettenreich und voller Tiefe. Ab der Mitte liest sich „Schattenauge“ wie ein Thriller und lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Das Ende hat mir auch sehr gut gefallen, realistisch für die Figuren und ohne falsche Happyend-Atmosphäre.

478 Seiten, Ravensburger Verlag 2010

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