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Nina Blazon: Zweilicht (ab 14/Allage)

6. März 2012

Lust auf  Fantasy, Liebe, fremde Welten? Und das alles in einem Band, ohne sich durch die zigste Fantasytriologie zu wälzen? Nina Blazon ist für mich eine Autorin, der es gelingt in einem Band, ganze Welten zu erschaffen voller knisterleuchtender Details und vielschichtiger Charaktere. Denn ich muss zugeben, dass ich manchmal etwas ermüdet bin von den ganzen Fortsetzungsreihen. Manchen Geschichten hätte es gut getan in nur einem Band erzählt zu werden.

Jay, ist 17 Jahre und Austauschschüler in New York. Ein Traum ist für ihn damit in Erfüllung gegangen, in der Heimat seines verstorbenen Vaters zu leben. Bald darauf verliebt er sich in die unnahbare Madison, die genauso so filmvernarrt ist wie er, und versucht sie Stück für Stück für sich zu gewinnen. Wenn da nicht noch die wilde und kratzbürstige Ivy wäre, ein Mädchen aus einer anderen Zeit, die immer wieder überraschend auftaucht und die nur er sehen kann. Sie wirbelt seine Sicht auf die Wirklichkeit gehörig durcheinander und bald stellt er fest, dass er Teil zweier Welten ist und sich für eine entscheiden muss. Für eine Wirklichkeit, eine Zeit, ein Mädchen, oder ist doch alles ganz anders?

Eine gelungene Mischung aus realer Welt und Magie, ein Genremix der besonderen Art. Mit einer Trugwelt, einem New York der Zukunft, das so ganz anders ist, als man es sich gemeinhin vorstellt und lebendig gewordenen Märchen. Nicht ganz so stark wie Blazons Roman „Schattenauge“, man muss am Anfang ein bisschen dran bleiben, aber dann lohnt es sich, denn man wird mit einer ganzen Welt belohnt. Außerdem erzählt Nina Blazon wieder eine wunderschöne Liebesgeschichte, die nicht einfach ist, denn die beiden finden erst über Umwege zueinander, und erst als sie den jeweils anderen hinter ihre Wut und Traurigkeit blicken lassen.  Ein Roman übers Loslassen und neu Vertrauen, über Schein und Wirklichkeit und die Macht von Geschichten, egal ob in Worten oder Bildern.

cbt 2011, 412 Seiten

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