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Polly Horvath: Unser Haus am Meer (ab 11)

27. Oktober 2011

Es ist Sommer und die Luft riecht nach Abenteuern, davon wünscht die 12-jährige Jane sich unzählige, denn in ihr zuckt und zappelt die Seele voller Abenteuerlust. Sie wird erhört, doch sehen einige der Abenteuer ganz anders aus als erdacht und das größte steht ihr erst am Ende des Sommers bevor. In diesem Sommer am Meer, lernt Jane etwas über Verantwortung, den Egoismus von Menschen, über Schuld, Nein-Sagen und über das Älter werden, was auch heißt Geheimnisse zu haben und diese alleine zu tragen.

Jane lebt mit ihrer Mutter und ihren drei kleinen Geschwistern in einem alten Haus am Meer. Das Haus mit seinen quietschenden Verandaplanken, seinem besonderen Licht und seiner Geborgenheit, die es den Kindern vermittelt, wenn sie es mit ihren sandigen Füßen betreten, ist das sechste Familienmitglied und wird von allen geliebt. Wer wohnt schon das ganze Jahr über am Meer?

Polly Horvath hat wunderbar schrullige Dorfbewohner versammelt, allen voran die durch geknallte Pfarrerin die glaubt heilende Hände zu haben und Jane zwingt Bibeln aus einem geklauten Heißluftballon heraus, zu verteilen oder die alten Damen mit den Obsthüten, die sich einen Wettbewerb liefern, wer am sterbenskränksten sei. Dann ist da noch Janes beste Freundin Ginny, die Designerin werden will und ein wildes Feuer in sich trägt und auch schon mal nach New York abhaut, wenn ihre Mutter dieses nicht respektiert. Oder der kleine Bruder Max, der den ganzen Sommer an den unglaublichsten Stellen Wale sieht.

Ein Sommer der an Lindgren-Sommer erinnert, gespickt mit liebevoller Sprache, kleinen poetischen Wundern am Wegesrand und scharfer Ironie. Eine Geschichte voller Bodenhaftung, zeitlos und mit einer Erzählerin, die viel Kleines entdeckt und die sich Zeit nimmt zu beobachten, zu hinterfragen oder sich vom Wind durcheinanderwirbeln zu lassen.

 

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