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Jacques Couvillon: Chicken Dance (ab 12 Jahren)

25. Januar 2012

„Chicken Dance“ ist eine traurig komische Geschichte über einen Jungen, der über sich selbst hinaus wächst.

Don, elf Jahre, wächst auf einer Hühnerfarm in einer amerikanischen Kleinstadt auf. Er  ist ein Außenseiter, der in der Schule gehänselt und zu Hause übersehen wird.  Seine besten Freunde sind seine Hühner, allen voran das fliegende Lieblingshuhn KC. Doch eines Tages wird Dons ganzes Leben auf den Kopf gestellt, er gewinnt nämlich als jüngster Teilnehmer, den großen Hühnerwissenswettbewerb — was in einer Hühnerkleinstadt anhaltende Berühmtheit bedeutet. Plötzlich ist er beliebt, die Eier werden seiner Familie aus den Händen gerissen und zum ersten Mal findet er nichtgefiederte Freunde. Aber natürlich hält das seine schrecklich nette Mutter nicht davon ab, weiterhin seinen Geburtstag zu vergessen, ihn zu Tanzwettbewerben zu zwingen und ihre egozentrische kleine Welt weiterhin um sich selbst kreisen zu lassen. Und dann verhalten sich Dons Eltern noch merkwürdiger als sonst, und er stößt insgeheim auf ein verborgenes Familiengeheimnis. Don begibt sich auf eine abenteuerliche Suche … an deren Ende er vor die verrückteste Entscheidung seines Lebens gestellt wird.

Jacques Couvillon kombiniert eine lieblose, einsame Kindheit mit schwarzem Humor und schrägen Zufällen, doch die traurige Grundnote verschwindet nie ganz. Die Darstellung der Familienverhältnisse ohne Nähe und das Gar-nicht-wahr-genommen-werden  sind sehr gelungen sowie  die Ticks der unglaublichen Mutter.  Trotz allem findet Don seinen Mut, trifft  zwei heldenhafte Entscheidungen und verzweifelt nicht an seinem Schicksal.   Denn er ist der jüngste Hühnerexperte überhaupt, ein Freestyledancer, ein Detektiv, ein  Selbstverteidiger und längst emotional stärker als seine bedürftige Mutter.

 

Bloomsbury  2011, 327 Seiten

 

 

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