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Tania Kjeldset: Juli (ab 13 Jahren)

17. Mai 2011

Es könnte ein Sommer wie jeder andere werden, doch dann begegnet die 15-jährige Elin, Kato und dieser geheimnisvolle, verschlossene Junge verändert ihren Blick auf sich selbst und andere.  Wie jedes Jahr verbringt Elin ihre Sommerferien auf einer kleinen norwegischen Insel bei ihrer Großmutter, faulenzt mit ihrer Ferienfreundschaft Sara am Strand oder verschlingt Bücher. Doch dieses Jahr ist anders, sie selbst beginnt sich zu verändern, sie hinterfragt die oberflächliche Freundschaft zu Sara, entdeckt ein dunkles Geheimnis und wird selbstbewusster. Und dann ist da vor allem Kato, der dieses Jahr zum ersten Mal mit seiner Mutter auf der Insel Urlaub macht. Er kümmert sich liebevoll um den behinderten Sohn des Vermieters, zeichnet gerne und liebt es mit dem Boot die Inseln zu erkunden. Von Anfang an fühlen Elin und Kato sich zu einander hingezogen, doch oft ist Kato wieder abweisend und zieht sich zurück. Erst ganz langsam lernt Elin den wahren Grund kennen, die alkoholkranke Mutter von Kato, um die er sich seit Jahren kümmert und die er vor anderen zu verstecken sucht. Als Kato Elin zeichnet sieht sie zum ersten Mal ihre eigene Schönheit in den Augen eines anderen, Kato ist so ganz anders als der flirtende Mike. Kato entdeckt in Elin ein eigensinniges, selbstbewusstes Mädchen, dass wenn er es zulässt aber auch für ihn da ist.

Tania Kjeldsets  Sommergeschichte handelt nicht nur von der ersten Liebe sondern auch wie schwer es ist Nähe zuzulassen, die eigenen Geheimnisse nicht länger zu verstecken und sich auf einen Mensch ganz einzulassen. Elin trennt sich in diesem Sommer von Sara und ihrer Oberflächlichkeit und lässt sich nicht länger benutzen aber auch von Kato lässt sie sich nicht alles bieten. Und Kato trifft zum ersten Mal jemanden, den er nicht länger vor den Kopf stoßen will und der ihm Zeit gibt sich zu öffnen. Abwechselnd erzählen Kato und Elin ihre Sommergeschichte und finden nicht nur die erste Liebe sondern entscheidende Dinge über sich selbst heraus.

Diese Mischung hat mich überzeugt, in dieser zarten, frisch erzählten Geschichte steckt mehr als es zuerst den Anschein hat, ganz ohne Kitsch wird hier erzählt, in kleinen Episoden wachsen beide Hauptfiguren in diesem norwegischen Inselsommer über Vorteile, Ängste und Oberflächlichkeit hinaus und finden etwas ganz besonderes.

Fünf von Fünf Herzen

240 Seiten, 2011 Oetinger

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